Die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) wird in unserer Praxis seit November 1999 angewendet.
Die fokussierte, extrakorporale Stoßwellentherapie ist eine neuartige,
nicht-operative Methode zur Behandlung chronischer Schmerzen.
Behandelt
werden chronische und punktförmige Schmerzen, vornehmlich im
Knochen-Sehnen-Übergangsbereich und im Muskelansatzbereich.
Als nicht-invasives Verfahren stellt die extrakorporale Stoßwellentherapie eine
Behandlungsalternative zu operativen Eingriffen dar.
Die Therapien erfolgen mit dem Gerät PiezoSon 100plus der Firma Richard Wolf in 75438 Knittlingen mit einer maximalen Energieflussdichte ED von 1,1 mJ/mm² und liegt damit um den Faktor 10 höher als mit der sogenannten "Radialen" Stoßwellentherapie.
Die in unserer Praxis applizierte Stoßwellentherapie ist somit hochenergetisch, extrakorporal und fokussiert.
Unser Gerät PiezoSon 100plus wurde im Rahmen der Qualitätssicherung mit dem Gütesiegel Nr.0302 vom 6.7.2001 der DIGEST (Deutschsprachige Internationale Gesellschaft für Extrakorporale Stoßwellentherapie) ausgezeichnet.
Dr.med. Norbert Sajons ist Mitglied der DIGEST und erhielt 2009 als einer der ersten Anwender in Deutschland das Qualitätszertifikat dieser Fachgesellschaft.
Die Stoßwellentherapie wurde ursprünglich für die Urologie entwickelt (Stoßwellenlithotripsie) und wird dort seit 1980 zur Zertrümmerung von Steinen im Nierenbecken, in Harnleitern, in der Gallenblase, in Gallengängen, in der Bauchspeicheldrüse sowie in Speicheldrüsen eingesetzt. Hierbei ist eine relativ hohe Energie notwendig, um die Steine zu zerkleinern.
In den letzten Jahren hat sich die Stoßwellentherapie auch zur Behandlung von orthopädischen Erkrankungen als sinnvoll erwiesen.
Bereits 1991 wurde ein erfolgreicher Einsatz der Extrakorporalen Stoßwellentherapie ESWT bei Pseudarthrosen nachgewiesen. Im Laufe der nächsten Jahre wurden weitere gute Behandlungsergebnisse mit der Stoßwelle bei orthopädischen Indikationen erzielt.
Seit 1992 werden neben Schmerzen an Sehnenansätzen wie Tennisellenbogen, Golferellenbogen, dem schmerzhaften Fersensporn und vielen Schultererkrankungen behandelt. Zusätzlich lassen sich auch Schmerzen bei Arthrosen (Verschleißerkrankungen) und knochennahen Weichteilschmerzen behandeln. Bei der orthopädischen Stoßwellentherapie werden bis zu 10-mal niedriger dosierte Energien eingesetzt als es bei der Zertrümmerung von z.B. Nierensteinen notwendig ist.
1997 konnte das Prinzip der Extrakorporalen Stosswellentherapie nach der Methode Swiss DolorClast® gerätetechnisch umgesetzt werden. Die Energie der Stoßwelle breitet sich dabei nach dem Auftreffen im Gewebe gleichmäßig entweder radial oder gerichtet (fokussiert) in die Tiefe aus.
Anfänglich wurden in der Orthopädie urologische Geräte eingesetzt. Im weiteren Verlauf wurden an den Geräten entscheidende technische Veränderungen vorgenommen, die einen einfachen und risikoarmen Einsatz in der Orthopädie ermöglichen. Unpraktikable Großgeräte wurden zunehmend durch flexible und kostengünstig einsetzbare Geräte ersetzt.
Seit 1999 schließlich wird die Stoßwellentherapie auch in unserer Praxis mit großen Erfolg eingesetzt.
Klicken Sie hier für eine animierte Darstellung der ESWT-Indikationen.
Die typischen Indikationsstellen für die Stoßwellentherapie sind:
Schulter (Tendinosis calcarea)
Ellenbogen (Epicondylitis humeri bei Tennis- und Golferellenbogen)
Knie (Patellaspitzensyndrom - Belastungsschmerz oder Schleimbeutelentzündung an der Kniescheibenspitze)
Fuß (Behandlung der Plantarfaszie beim plantaren Fersensporn) ---> Klicken Sie hier für eine 360-Grad Ansicht der Behandlung
Achillessehne (Achillodynie - meist entzündlich bedingte Veränderung der Achillessehne oberhalb des Ansatzes)
Schienbein (Tibiakantensyndrom - Belastungsschmerz an der Schienbeinkante)
Hüfte (Bursitis trochanterica - Schleimbeutelentzündung am Hüftknochen)
Klicken Sie auf das Bild für eine 360-Grad Ansicht der Behandlung
Videos zur Extrakorporalen Stoßwellentherapie finden Sie in unserem Download-Center
Klicken Sie hier für eine animierte Darstellung der Triggerpunkte.
Triggerpunkte sind verdickte, schmerzsensitive Stellen innerhalb eines meist
verspannten Muskels, die vielfältige Schmerzen - auch ferab ihrer Lokalisation -
verursachen können.
Extrakorporale, fokussierte Stoßwellen ermöglichen
die exakte Diagnose und Therapie der aktiven und latenten Triggerpunkte sowie
ganzer Triggerpunktstränge.
Erfolgreich behandelt werden können sowohl
oberflächliche als auch tieferliegende Triggerpunkte, auch in niedrigsten
Energiebereichen.
Die physikalische Grundlage zur Erzeugung von piezoelektrischen Stoßwellen
beruht auf der spontanen Ausdehnung von Keramikteilchen, angeregt durch
einen kurzzeitigen Hochspannungsimpuls. Diese Ausdehnung der Keramik
erzeugt im Wasser eine Druckwelle, die sich im Fokus zu einer Stoßwelle
formiert.
Die Piezoelemente sind mosaikartig in einer
Kugelkalottenform angeordnet, die alle gleichzeitig durch einen Pulsgenerator
angesteuert werden. Durch die kugelförmige Ausbildung mit großer aktiver
Oberfläche, bei entsprechender Apertur der Kalotte, ergibt sich ein kleiner
Fokusdurchmesser mit hohem Schalldruck im Fokus.
Die großflächige
Energieeinkopplung reduziert die Energiedichte an der Hautoberfläche und
verringert die Schmerzreaktion wesentlich - besonders wichtig bei kleinen
Eindringtiefen. Die präzise Fokuszone bewirkt eine gezielte Behandlung bei
bestmöglichem Schutz der umliegenden Regionen.
Es ist Einzelpuls- oder
Dauerpulsbetrieb möglich. Die Intensität der Stoßwelle kann zur
patientenspezifischen Anpassung in 20 Energiestufen erfolgen. Weitere 5
sogenannte Einschleichstufen erlauben es dem behandelnden Arzt, sich
schrittweise dem Schmerzmaximum des Patienten zu nähern.
Die in unserer Praxis verwendete fokussierte Stoßwelle hat sich gegenüber der radialen Stoßwelle hinsichtlich der Wirksamkeit durchgesetzt.
Links: Fokussierte Stoßwelle
Rechts: Radiale Stoßwelle
Bei der fokussierten Stoßwelle entsteht die höchste Energie direkt am
Schmerzpunkt, bei der nicht- fokussierten, radialen Stoßwelle hingegen an der
Hautoberfläche.
Für die fokussierte Stoßwelle werden neben der Wirkung des mechanischen Impulses
vor allem heilbringende Effekte, die sich im Gewebe nach ESWT-Applikation
einstellen, angegeben. Die bedeutendsten Wirkungen der ESWT spielen sich auf
molekularbiologischer und zellulärer Ebene ab. Hierzu zählen Neovascularisation,
spezifische Stimulation des Knochenwachstums, Resorbtion von Kalkdepots,
Schmerzlinderung u. a. durch dauerhafte Suppression der Ausschüttung von
Substanz P, usw.
Fokussierte Stoßwelle
Die eingesetzte fokussierte Stoßwelle bei der ESWT ist eine spezielle akustische
Druckwelle, die durch eine hohe positive Druckamplitude mit abruptem Anstieg und
kurzer Pulsdauer gekennzeichnet ist. Wenn die Druckwellen-Amplituden hohe Werte
annehmen (typisch 20-100 MPa), kommt es zur Aufsteilung einer Druckwelle zu
einer Stoßwelle. Mittels extrakorporal erzeugter Stoßwellen
wird, auf nicht invasivem Wege, ohne die Körperoberfläche des Patienten zu
verletzen oder zu beeinträchtigen, therapeutisch wirksame Energie großflächig in
die Hautoberfläche eingekoppelt und durch die Fokussierung der konzentrierte
exakt abgegrenzte Therapiefokus (Therapiezone) gezielt in
tiefergelegene Gewebeschichten eingebracht zur Therapie.
Fokussierte Stoßwellen der ESWT-Geräte generieren die Stoßwellen nach
drei unterschiedlichen Prinzipien. Das älteste Verfahren ist das
elektro-hydraulische Funkenstreckenprinzip, mit dem die erste extrakorporale
Steinzertrümmerung durchgeführt wurde. Weiterhin gibt es die elektromagnetische
und piezoelektrische Methode. Piezoelektrische Systeme haben den Vorteil einer
hohen Wiederholgenauigkeit und einer guten Dosierbarkeit auch in niedrigen
Energiebereichen. Es wird eine punktgenaue Fokussierung erzielt, somit werden
Nebenwirkungen im benachbarten Gewebe vermieden bzw. minimiert.
Radiale Stoßwelle
Ballistisch erzeugte Druckwellen der RSWT-Geräte werden mittels eines einfachen
mechanischen Stößels auf der Hautoberfläche erzeugt. Durch den Aufprall des
Stößels direkt auf die Haut wird das Gewebe deformiert und die
Druckwelle breitet sich divergent (unfokussiert) im Körper
aus. Im Gegensatz zu den fokussierenden Stoßwellengeräten werden die höchsten
Werten von Druck und Energie an der Einkoppelstelle erreicht (proportional 1 /
r2). Die höchste Belastung des Gewebes erfolgt somit an der
Hautoberfläche. Die eingeleitete Pulsenergie nimmt mit zunehmender
Gewebetiefe sehr schnell ab. Bereits nach wenigen Millimetern ist die
Pulsenergie so minimal, dass bereits nach 5 - 10 mm Eindringtiefe nur noch
minimale Dosierungen erzielt werden, die praktisch nicht messbar
sind.
Der genaue Wirkmechanismus der radialen Druckwelle ist bis auf die
oberflächliche Wirkung in der Haut nicht beschrieben. Vorstellbar ist ein
unspezifischer Reiz entsprechend einer kräftigen Massage, der in den oberen
Hautschichten eine Wirkung auch auf das Bindegewebe entfaltet.
Der Erfolg der Behandlung mit der
Extrakorporalen Stosswellen (ESWT) stellt sich durch eine rasche
Schmerzlinderung ein. In der Regel erstreckt sich die Therapie über ein bis drei
Sitzungen von circa zehn Minuten. Bereits acht bis zehn Tage nach der ersten
Behandlung ist bei den meisten Patienten eine deutliche, dauerhafte
Schmerzlinderung zu beobachten.